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STRASSENBAHNMUSEUMSKJOLDENÆSHOLM

28. Oktober 2004

Neues vom 890 in Holbæk


Am 28. August kam das A-Teil zum Museum und wurde sofort auf Drehgestellen absetzt und mit dem Mittelgelenk vereinigt. Anschließend wurde es zu seinem Werkstattplatz auf Gleis 7 rangiert. Wagenkasten und Fußboden sind nun in Folie und Pappe eingepackt, um Schäden am Fahrzeug durch Werkzeug oder Ähnliches zu vermeiden.

Im Innern arbeiten nun unsere Elektriker an der 600V-Installation. Die Kabel werden mit den originalen Kabelhaltern in den originalen Kabelkanälen befestigt. Hierbei handelt es sich vor allem um Kabel vom Fahrschalter zu den Dachwiderständen sowie Kabel unter dem Wagenboden zu den Motoren u.a. Am Schwesterwagen 815, der nicht weit weg steht, kann man gut den Verlauf der Kabel und die Anordnung der hölzernen Kabelschellen erkennen.

Außerdem werden alle vorhanden Zeichnungen zu Rate gezogen, so dass wir sicherstellen können, dass alles richtig verbunden wird und funktionsfähig ist. Schadhafte Kabel werden ausgewechselt, aber bisher waren das nicht viele. Im Bereich der 24V-Niederspannungsanlage müssen sehr viel mehr Kabel getauscht werden, da die Anschlüsse für die Innenlautsprecher, Haltewunschknöpfe, Türautomatik usw. an diversen Stellen abgeschnitten worden sind.

Außerdem wird der Fahrschalter selbst aufgearbeitet. Aus dem Rheinbahnwagen 2415 können passende Reserveteile entnommen werden. So müssen alle Lager ausgetauscht werden, da sie in Ägypten regelrecht versandet sind.

Neue Holzbohlen für die Laufstege auf dem Dach sind bestellt, so dass in Zukunft die Werkstattmitarbeiter hier gefahrlos arbeiten können. Die Abdeckungshauben der Widerstandsrahmen erwiesen sich als stärker vom Rost beschädigt als erwartet, so dass wir nun planen, diese recht einfache Konstruktion auszutauschen. Die Befestigung für die Trolleystange, der Trolleybock, muss noch gerichtet werden, er ist verzogen.

Die innere Dachverkleidung ist nun mit brauner Seife fertig gereinigt und mit Hochdruck gespült. Die Holzkonstruktion am Fahrerplatz bestanden ursprünglich aus Tischlerplatten, wobei die senkrechten Platten mit Ulmenholz furniert, braun gebeizt und lackiert waren. Die ursprünglich grüne Tischplatte war aus einer Art Glasfaserplatte auf Holz gebildet, derzeit suchen wir nach einer passenden Platte im richtigen Farbton. Wir gehen davon aus, dass ein Großteil der Holzkonstruktion am Fahrerplatz ausgetauscht werden muss, und wir haben einen Hersteller für das Ulmenfurnier gefunden. Damit wollen wir sicherstellen, dass auch das Wageninnere dem eleganten Äußeren des Wagens entspricht. Die Innenverkleidung neben den Sitzen ist ein deutsches Produkt, ebenso dieser Farbton der Beize. Über unsere deutschen Mitarbeiter sind wir dabei, die passenden Holztafeln zu beschaffen.

Von Göteborg Spårvägar gelang es uns, Zierleisten für fast alle Bereiche des Wagens zu beschaffen. Weiterhin suchen wir nach einem Hersteller für die Druck- und Bedienungsknöpfe am Armaturenbrett. Viele Knöpfe stammen von von Bosch und andere von Voigt & Haffner in Deutschland. Leider hat sich der Standard für Druckknöpfe von 30 mm auf 22 mm geändert, wir hoffen aber, noch irgendwo passende Knöpfe zu bekommen.

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Am B-Teil wird in der Werkstatt von Vestsjællands Lokalsbaner in Holbæk gearbeitet. Ein Großteil der Heckpartie, d.h. Dach- und Fensterbereich bis hinunter zur Stoßschiene - von der Türkante direkt hinter dem Schaffnerplatz und hinüber zur anderen Seite - ist abgetrennt. Das Wagenheck hatte einen größeren Kollisionsschaden, wobei in Alexandria bloß die letzten 40 cm der Hinterplattform ersetzt wurden. Dabei ist der ganze Bereich um etwa sechs bis acht Zentimeter abgesackt. Um die gesamte Heckplattform wieder auszurichten, wird die innere Stoßschiene durch die vom MVG 255 ersetzt, der auch weitere originale DüWag-Ersatzteile für die Restaurierung zur Verfügung stellt.

An der rechten Wagenseite gab es ebenfalls einen größeren Schaden und ein Türpfosten an Tür 3 war komplett durchgebrochen und konnte keine Tragefunktion im Wagenkasten mehr übernehmen. Alle nicht originalen Reparaturprofile werden entfernt und durch die passenden Profile aus dem MVG 255 ersetzt.

Um den Wagenfußboden auszurichten, ist der Wagen auf vier Hebeböcken abgestellt und daran und mit dem Hallenfußboden festgeschweißt. Anschließend wurde ein großer Doppel-T-Träger durch den Wagen gezogen und mit Hilfe der Hebeböcke ist der Wagenfußboden nun ausgerichtet und kann in einer waagerechten Lage sowohl in Wagenlängs- wie in Querrichtung gehalten werden. Nun können alle Verbiegungen, auch die abgesackte Heckplattform in die korrekte Fußbodenhöhe gebracht werden. Mit der ausgewechselten Stoßschiene kann die Unterkonstruktion in einer stabilen Form zusammengehalten werden. Damit anschließend der Rest des Wagenkastens ebensogut ausgerichtet werden kann, ist es besonders wichtig, ein gutes "Fundament" zu haben.

Die linke Wagenseite ist in einem relativ guten Zustand und hier werden nur alle Seitenplatten inklusive der Schürze ausgetauscht werden.

Um das verzogene und durchlöcherte Dach zu ersetzen, sind mittlerweile neue Bleche gekauft worden.