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STRASSENBAHNMUSEUMSKJOLDENÆSHOLM

28. August 2004

Neues vom 890 in Holbæk


26. Juni 2001

Am Sonnabend den 28. August verließ das A-Teil des Wagens die Malerwerkstatt von Vestsjælland Lokalbaner in Holbæk. Anschließend wurde der Wagenkasten von den Hilfsdrehgestellen getrennt und auf einen Tiefladewagen des Fuhrunternehmers P.E.Kristensen verladen. Über die Autobahn ging es bis Roskilde und weiter den "hovedvej" (Hauptweg) Richtung Ringsted, um zum Straßenbahnmuseums zu kommen.

      

Dieser Umweg wurde gewählt, um niedrige Brücken und herabhängende Zweige zu vermeiden, die sonst den frisch lackierten Wagenkasten hätten beschädigen können.

Im Straßenbahnmuseum stand man am Entladeplatz bereit, der den Tag ”Lygten” (Die Lampe) hieß. Der Grund dafür ist folgender:

Am 17. August 1960 kam der erste DÜWAG-Gelenkwagen - Nr. 801 - zu Københavns Sporveje, geradewegs nach Lygten in Nørrebro, wo ein Entladeplatz mit Gleisverbindung zur Eisenbahn (DSB) geschaffen wurde.

Am Entladeplatz Lygten im Museum stand das Mitteldrehgestell mit Gelenkportal und das vordere Motordrehgestell sowie Personal der Werkstatt bereit.

Bevor der Wagenkasten mit den Drehgestellen vereinigt werden konnte, mussten einige größere Teile wie Drehkranz und Wiegebalken unter dem Wagen montiert werden. Zunächst wurde der Kasten angehoben und auf das Motordrehgestell gesetzt und anschließend wieder angehoben und auf das Mitteldrehgestell gesetzt. Hier wurde der Kasten auch mit dem Gummibalg zum Mittelportal verschraubt.

Auf dem Dach wurde eine Verbindungsstange montiert, um die Wagenteile zu stabilisieren. Alle Arbeiten verliefen genau nach Plan. Die Drehgestelle, Motoren und Radsätze stammen vom DÜWAG Gelenkwagen RBG 2415, den das Museum für 1 Euro in Düsseldorf erworben hat.

Bei der anschließenden Fotoaufstellung in der Valby Langgade kam KS 890 an die Seite seines Schwesterwagens 815, der noch auf seine Verjüngungskur wartet. Bereits vor 25 Monaten standen beide Wagen nebeneinander, und man kann feststellen, dass die ”Tour nach Holbæk deutliche Resultate gebracht hat und der Wagen deutlich jüngerer aussieht”, ja – er sieht aus wie vor 38 Jahren, als er fabrikneu in Kopenhagen in Betrieb ging!

Der Wagen steht nun in der ”Montagewerkstatt” des Museums, mit abgedecktem Fußboden, so dass keine Arbeitsschuhe Spuren hinterlassen. Nun beginnen die Elektriker, nach alten Zeichnungen die Kleinspannungsinstallation und die ungleich wichtigere 600 V Installation wieder einzubauen, so dass der Wagen wieder zum Fahren kommt. Der Fahrerplatz muss wieder eingebaut werden, viele Einzelteile müssen renoviert oder erneuert werden, unter anderen muss ein neues Armaturenbrett hergestellt werden. Dazu suchen wir noch einen Lieferanten für diverse Taster und Schalter, so dass es wieder aussieht, wie vor dem Versand nach Alexandria. Während des 30-jährigen Exils weit von Dänemark entfernt wurde die Anzahl der Bedienelemente deutlich reduziert, und die Resopalplatte wurde durch eine zufällige Sperrholzplatte ersetzt - vielleicht von einer Fruchtkiste? Die Inneneinrichtung, darunter Seitenverkleidung, Sitze und anderes muss eingebaut werden und Fenster sollen eingesetzt werden. Wir überlegen weiterhin, wie wir die Problematik der Türen lösen.

Die hintere Hälfte von KS 890, B-Teil genannt, ist weiterhin in Holbæk. Viel Arbeit wird noch nötig sein, um auch diesen Teil in den gewünschten Zustand zu bringen!